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zurückAchter Tag - ClonmacnoiseDingle

RundgangHeute nehmen wir Abschied von dem inzwischen liebgewonnenen Haus. Die Koffer sind schnell gepackt, das Aufräumen dauert ein wenig länger. Noch ein Fotorundgang durch alle Räume, ein letzter Blick über den See, dann geht es los Richtung Süden.

Regina hat vorgeschlagen, noch Clonmacnoise zu besuchen, ein Umweg von ca. 100 Meilen.
Die Berge mit den Hochmooren weichen zersiedelten Ebenen, statt durch Dörfer fahren wir nun durch kleine Städte. Wir vermissen die Schafe am Straßenrand. Auf der Karte sieht alles näher aus und das trübe Wetter schlägt auch ein wenig auf die Stimmung. Aber auch der längste Weg hat einmal ein Ende und auch Wolken geben ab und zu mal ein Stück Himmel frei.

Clonmacnoise - Normannen Castle ClonmacnoiseRiesige Mauerstücke auf einem aufgeschütteten Hügel, wie von der Hand eines Riesen zusammengedrückt. Die eigentliche Touristenattraktion ist die alte Abtei mit den Ruinen der alten Kirche und den vielen Grabsteinen, den Rundtürmen und den riesigen Hochkreuzen. Craftshop und Cafe gehören auch dazu. Aber ich finde, daß es diese alten, gewaltigen Mauern sind, die immer noch die Ebene des Shannon beherrschen. Wir können leider nicht heran, das Gelände ist abgesperrt. Neugierige Touristen würden vermutlich sonst darin herumklettern und Schaden anrichten oder erleiden.
Heute zumindest nimmt aber nur eine geringe Anzahl von Besuchern den Weg über die Wiese zu diesem alten Normannen-Castle. Wir haben Ruhe zum Laufen und Schauen und ein wenig Meditieren.

MinidorfAuf der Weiterfahrt in einem kleinen Dorf plötzlich ein überraschender Anblick; ein irisches Minidorf, hinter wunderschönen Rosenhecken. Das müssen wir uns ansehen. Mit unglaublicher Liebe zum Detail hat hier ein geduldiger und enthusiastischer Mensch den irischen Alltag nachgebildet. Den freiwilligen Eintritt zahlen wir gern, laufen um die zierlichen Müller, Fischer und Tinker herum, lesen die lustigen Schilder und betreten neugierig das Cottage in Originalgröße. In der Ecke sitzt eine Frau mit einem Baby im Arm. Sie sieht so echt aus, daß wir im ersten Moment ob der unvermuteten Begegnung zusammenzucken.

KerryEin langes Stück liegt noch vor uns. Stunde um Stunde zieht sich die Fahrt. Wieder erheben sich Berge, Palmen am Straßenrand; die Luft wird milder - wir sind in Kerry. Das Haus unserer Vermieter ist in Killorglin, "gegenüber der Kirche". Diese Ortsangabe reicht aus. Unsere Vermieter betreiben dort ein einladendes Bed&Breakfast, das seinen Namen "Riverside House" zu Recht trägt. Die Frau begrüßt uns herzlich und entschuldigt sich, daß ihr Mann nicht mit uns hinausfahren kann zu unserem Haus. Aber das Wetter wäre so schlecht, daß sogar die Iren depressiv wären und ins Pub gingen. Wir verstehen das vollkommen und warten ein Weilchen, bis sie mit uns fahren kann.

Regina und Mutter haben inzwischen etwas eingekauft. Von Mrs. Mangan bekommen wir sogleich den Hinweis, wo man am besten und billigsten einkaufen kann und gleich noch eine Menge Tips für die nächsten Tage.

Das Haus liegt ein ganzes Stück außerhalb von Killorglin, über einen Fluß, ein Stück am See entlang, wir freuen uns schon auf die schöne Aussicht. Dann biegt die Straße aber ab, steil in die Berge hinein. Das Riverview House blickt nur sehr entfernt auf den Fluß, aber nach ein paar Schritten bergauf öffnet sich ein wunderbarer Blick über die Dingle Bay.

Riverview HouseUnser Domizil für die zweite Woche ist ein richtiges altes englisches Landhaus mit britischer Installation und einem riesigen Kamin, der uns die Abende wärmen wird. Vom Platz her waren wir vom ersten Haus ein wenig verwöhnt, stellen wir einmütig fest. Die Betten sind auch britisch, Laken mit Wolldecken darüber. Georg und Richard brauchen viel Zuspruch und alle freien Decken des Hauses, bis sie sich mit ihrem Doppelbett abfinden.
Im Haus finden wir jede Menge Prospekte der Umgebung und viele Bücher, etliche davon sogar in deutsch.

Peter und ich besorgen noch etwas zu trinken; zum Pub ist es uns hier doch zu weit. Das Holiday Fox Inn, auf das uns unsere Vermieterin bei der Hinfahrt gestenreich hingewiesen hat, schaut zwar recht nett aus, ist uns aber zu groß und zu überlaufen. Zum most world famous Irish Coffee fahren Tag für Tag 6-8 Reisebusse vor.

So ein Kamin hat schon etwas für sich .... wir sitzen alle zusammen, lesen, spielen, trinken und schwatzen noch ein Weilchen.

Abend am Kamin

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